Schwarzkümmelöl, ein Klassiker aus 3000 Jahren Gebrauch
Thymochinon, Linolsäure und die Frage, was von der Überlieferung bleibt
Schwarzkümmelöl: ein Klassiker aus 3000 Jahren Gebrauch
Kaum ein Pflanzenöl kann eine so lange Papierform vorweisen wie dieses. Schwarzkümmelsamen lagen in der Grabkammer des Tutanchamun, als Howard Carter sie 1922 öffnete, mitten unter den Vorräten für die Reise ins Jenseits. Der Koran erwähnt die Pflanze, Hippokrates setzte sie ein, und auf den Märkten von Kairo stehen die Säcke damit bis heute offen in der Sonne. Gewonnen wird das Öl aus den Samen des Echten Schwarzkümmels (Nigella sativa).
Dass ausgerechnet dieses alte Hausmittel gerade wieder in jeder zweiten Drogerie im Regal steht, hat mit einem einzelnen Inhaltsstoff zu tun.
Schwarzkümmel hat mit Kümmel nichts zu tun
Botanisch gehört der Echte Schwarzkümmel zu den Hahnenfussgewächsen, seine Heimat ist der Mittelmeerraum und der vordere Orient. Mit dem Kümmel aus dem Gewürzregal ist er nicht verwandt, der Name führt in die Irre. Die kleinen schwarzen Samen gehören in Ägypten, Indien, Arabien und Persien seit Jahrtausenden zum Alltag, mal in der Küche, mal in der überlieferten Hausapotheke.
Aus den Samen gepresst, enthält das Öl:
- Thymochinon, den Hauptbestandteil, ein Antioxidans
- Linolsäure, eine Omega-6-Fettsäure
- Ölsäure (Omega-9)
- Phytosterole
- Vitamin E
- ätherische Öle, die für den scharfen Geruch verantwortlich sind und dafür, dass man das Zeug in der Küche sofort riecht
Thymochinon ist der am besten untersuchte Inhaltsstoff
Was in den Laboren rund um den Schwarzkümmel passiert, dreht sich fast immer um das Thymochinon. Die Forschung untersucht vor allem antioxidative Eigenschaften. Ein zugelassener Health Claim der EU besteht für Schwarzkümmel allerdings nicht, und das sollte man beim Lesen mancher Werbetexte im Hinterkopf behalten. Was es gibt: eine sehr lange Anwendungstradition und eine moderne Forschungsbasis, die wächst, aber noch längst nicht fertig ist.
Weshalb oft Vitamin E dazukommt
Viele Schwarzkümmelöl-Präparate sind zusätzlich mit Vitamin E ergänzt. Dahinter stecken zwei Überlegungen:
- Vitamin E schützt das Öl vor Oxidation, es bleibt also länger frisch
- für Vitamin E existiert ein zugelassener EU-Health-Claim: Vitamin E trägt zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei
Haltbarer im Regal, klarer in der Aussage.
Wie es traditionell verwendet wird
In den Heilkunde-Traditionen rund ums Mittelmeer taucht Schwarzkümmelöl in mehreren Zusammenhängen auf:
- Haut, klassisch bei trockener, spröder Veranlagung
- nach schweren Mahlzeiten
- als Tagestonik, der berühmte Löffel am Morgen
- äusserlich für Haar und Kopfhaut, häufig mit Olivenöl gemischt
- in der Küche: die ganzen Samen aufs Fladenbrot, ähnlich wie Sesam
Das sind überlieferte Anwendungen, keine medizinischen Versprechen. Wer ernsthafte Beschwerden hat, geht damit zum Arzt und nicht ins Regal mit den Pflanzenölen.
3000 Jahre Gebrauch sind kein Wirksamkeitsnachweis. Aber ein Hinweis darauf, dass Generationen an diesem Öl etwas gefunden haben, das sie behalten wollten.
Kapseln haben im Alltag die Nase vorn
Reines Schwarzkümmelöl schmeckt kräuterig und pfeffrig, mit einer Schärfe im Abgang.
Manche mögen das gern. Die meisten stellen die Flasche nach zwei Wochen in den hintersten Winkel des Küchenschranks und vergessen sie dort. Kapseln lösen dieses Problem:
- geschmacksneutral, damit fällt die tägliche Hemmschwelle weg
- die Dosierung ist immer dieselbe, man muss nichts abmessen und nichts schätzen
- länger haltbar, denn offenes Öl in der Flasche oxidiert schneller
- reisetauglich
Wer damit etwas anfangen kann
- Menschen mit trockener Hautveranlagung
- als Tagestonik in dichten Wochen
- wer sein Antioxidantien-Repertoire etwas breiter aufstellen möchte
- wer ohnehin schon mit Pflanzenölen wie Nachtkerzenöl oder Omega-3 arbeitet
- alle, die traditionell verwendete Naturprodukte schätzen und die nötige Geduld dafür mitbringen, denn hier passiert nichts über Nacht
Zur täglichen Handhabung
- 1 bis 3 Kapseln pro Tag zu einer Mahlzeit
- möglichst über den Tag verteilt
- 8 bis 12 Wochen am Stück nehmen, vorher lohnt sich kein Urteil
- kombinierbar mit anderen Pflanzenölen (Nachtkerzenöl, Omega-3)
- die Packung kühl und dunkel lagern, also nicht neben dem Herd
Ein alter Klassiker, nüchtern betrachtet
Schwarzkümmelöl ist eines der eindrücklichsten Pflanzenöle, die die traditionelle Naturheilkunde kennt: eine Gebrauchsgeschichte über 3000 Jahre und daneben eine junge Forschung, die interessante Hinweise liefert, ohne bisher etwas belegen zu können. Wir halten wenig davon, daraus mehr zu machen, als es ist. Wer pflanzliche Tradition mag und ein Präparat sucht, das man über Monate ruhig weiterlaufen lassen kann, liegt hier richtig.
Für alle, die es ausprobieren möchten: Der Schwarzkümmelöl-Doppelpack im VitaminboxShop enthält ägyptisches Schwarzkümmelöl in Kapseln, ergänzt mit Vitamin E. 2x 90 Kapseln reichen für mehrere Monate, was bei diesem Öl der springende Punkt ist: dranbleiben.
Hinweis: Kapseln gehören zu einer guten Ernährung dazu, sie treten nicht an deren Stelle. Wer schwanger ist, stillt oder Blutverdünner beziehungsweise Diabetes-Medikamente einnimmt, klärt die regelmässige Einnahme vorher mit einer Fachperson ab.