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Omega-3 und Krebs: was die Forschung heute weiss

Die wichtigsten Punkte aus einem neuen Fachartikel zu EPA und DHA in der Onkologie.

Von Vitaminbox-Team · 23.10.2026 · 3 Min. Lesezeit
Omega-3 und Krebs: was die Forschung heute weiss

Was weiss die Forschung über Omega-3-Fettsäuren bei Krebserkrankungen? Dieser Frage geht ein Fachartikel nach, den Dr. med. Thomas Kuhn im August 2026 veröffentlicht hat. Kuhn ist Chefarzt des Brustzentrums am Diakonie-Klinikum Stuttgart und Ernährungsmediziner. Er wertet rund 50 Studien zu den marinen Fettsäuren EPA und DHA aus, von der Zeit vor einer Diagnose bis zur Nachsorge.

Entzündung als gemeinsamer Nenner

Ausgangspunkt sind chronische Entzündungsprozesse, die in der Krebsforschung als Bindeglied zwischen Ernährung und Krankheitsverlauf gelten. EPA und DHA greifen in die Bildung entzündlicher Botenstoffe ein und werden deshalb in der onkologischen Ernährungsforschung untersucht. Gemessen wird die Versorgung über den HS-Omega-3-Index, den Anteil von EPA und DHA in den roten Blutkörperchen.

Beobachtungen zur Krebsentstehung

In der von der Universität Zürich geleiteten DO-HEALTH-Studie nahmen 2157 Menschen über 70 drei Jahre lang 1 g Omega-3, 2000 IE Vitamin D3 und machten ein einfaches Krafttraining. Wer alle drei Massnahmen kombinierte, erkrankte um 61 % seltener an invasivem Krebs.

Weitere Studien beschreiben Zusammenhänge zwischen hohen Omega-3-Werten im Blut und einem geringeren Risiko für Darm-, Speiseröhren- und Lungenkrebs. Für Prostatakrebs und die meisten gynäkologischen Tumore fanden sich keine eindeutigen Ergebnisse. Es handelt sich dabei um Beobachtungsdaten, die einen Zusammenhang zeigen, aber keine Ursache belegen.

Während der Behandlung

Hier stützt sich der Artikel auf randomisierte Studien. Untersucht wurde Omega-3 unter anderem beim ungewollten Gewichts- und Muskelverlust, bei Mundschleimhautentzündungen, Durchfall und Erschöpfung unter Chemotherapie. In mehreren Studien zeigten sich stabilere Ernährungswerte und tiefere Entzündungsmarker, ohne Hinweise darauf, dass die Therapie schlechter anschlug. Die Mengen lagen dabei meist zwischen 1 und 5 g pro Tag und wurden ärztlich begleitet, oft als spezielle Trinknahrung.

Eine Ausnahme betrifft platinhaltige Chemotherapien wie Cisplatin oder Carboplatin. Aus Tierversuchen gibt es den Verdacht, dass bestimmte Fettsäuren deren Wirkung abschwächen könnten. Beim Menschen ist das bisher nicht bestätigt. Üblich ist trotzdem, Omega-3-Präparate und Fischmahlzeiten rund um eine solche Infusion wegzulassen, Kuhn empfiehlt 72 Stunden davor und danach.

Nach der Therapie

In der Nachsorge stehen Kraft, Muskelaufbau und die oft hartnäckige Erschöpfung im Vordergrund. Diese hängt laut den zitierten Daten mit erhöhten Entzündungswerten zusammen. Viel Gewicht gibt der Artikel der Bewegung: In einem dreijährigen Trainingsprogramm nach Chemotherapie sank das Rückfallrisiko um 28 %.

Quelle: Dr. med. Thomas Kuhn, «Omega-3-Fettsäuren in der Onkologie. Evidenzbasierte Ansätze für Prävention, Therapieunterstützung und Rehabilitation», Fachartikel, August 2026.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Mittel gegen Krebs und ersetzen weder eine Therapie noch eine abwechslungsreiche Ernährung. Wer in onkologischer Behandlung ist oder Blutverdünner nimmt, bespricht jede Ergänzung vorher mit dem Behandlungsteam.