Ginseng, die Wurzel des Lebens
Sibirischer Ginseng, Panax und Ingwer, eingeordnet als Adaptogene
Ginseng, die Wurzel des Lebens
Auf dem Markt von Geumsan in Südkorea werden Ginsengwurzeln nach Alter und Form sortiert, und die teuersten sind jene, die entfernt an eine menschliche Gestalt erinnern: zwei Beine, ein Rumpf, mit etwas Fantasie sogar Arme. Der chinesische Name der Pflanze spielt genau darauf an. In der traditionellen chinesischen Medizin heisst sie seit Jahrhunderten «Wurzel des Lebens», und sie war zeitweise so wertvoll, dass um die Sammelgebiete gekämpft wurde.
Rund 5000 Jahre dokumentierte Anwendung sind eine Hausnummer. Die moderne Phytotherapie hat den Ginseng in eine eigene Kategorie einsortiert: Adaptogen.
Was ein Adaptogen ausmacht
Der Begriff stammt aus der sowjetischen Forschung des letzten Jahrhunderts und meint Pflanzen, die dem Körper helfen sollen, sich an wechselnde Belastungen anzupassen, englisch «to adapt». Die Idee ist nicht, in eine Richtung zu schieben, also aufputschend oder beruhigend zu wirken, sondern regulierend.
Neben Ginseng zählen Rosenwurz, Taigawurzel und Ashwagandha zu dieser Gruppe. Ob die Kategorie wissenschaftlich wirklich trägt, ist umstritten, und wir würden nicht die Hand dafür ins Feuer legen. Als Beschreibung dessen, was Anwender berichten, taugt sie trotzdem.
Zwei Wurzeln, ein Name
Panax Ginseng
Der echte Ginseng (Panax ginseng) stammt aus Korea und Nordchina. Seine charakteristischen Inhaltsstoffe sind die Ginsenoside, rund dreissig verschiedene Verbindungen, die je nach Anbaugebiet und Alter der Wurzel in unterschiedlichem Verhältnis vorliegen. Traditionell verwendet wird er:
- wenn die Kräfte über längere Zeit nachlassen
- in Phasen starker Beanspruchung
- wenn die Konzentration im Alltag nachlässt
- als allgemeines Tonikum, also zur Stärkung ohne festes Ziel, wie es die ältere Literatur nennt
Sibirischer Ginseng
Der sogenannte Sibirische Ginseng ist gar keiner. Botanisch handelt es sich um die Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus), die mit Panax nicht verwandt ist und lediglich ähnliche adaptogene Eigenschaften mitbringt. Traditionell wird sie bei länger anhaltender Belastung eingesetzt.
Der sanftere Bruder, sozusagen.
Weniger unmittelbar spürbar, dafür gut für den langen Atem.
Warum Ingwer dazugehört
Ingwer (Zingiber officinale) ist vermutlich die meistverwendete Heilwurzel der Welt, und in einem Ginseng-Shot hat er gleich mehrere Aufgaben:
- er wärmt, was im November deutlich angenehmer ist als im Juli
- er unterstützt die Verdauung
- seine Gingerole gelten als antioxidativ
- und er überdeckt den erdigen Eigengeschmack des Ginsengs, der wirklich nicht jedermanns Sache ist
Wer besonders profitiert
- in längeren Belastungsphasen, Prüfungszeit, Projektendspurt, schwierige Monate
- wer sich über Wochen müde fühlt, ohne dass der Hausarzt etwas findet
- wenn nach einem zähen Winter die Energie nur zögerlich zurückkommt
- im Winterhalbjahr nördlich der Alpen, wenn das Licht knapp und der Kalender voll ist
- begleitend in den Wechseljahren, so jedenfalls die Tradition
- bei Schichtarbeit mit ständig verschobenem Wach-Schlaf-Rhythmus
- ältere Menschen, die ein sanftes Tonikum suchen
Ginseng ist kein Energydrink
Hier scheitern die meisten Erwartungen. Adaptogene wirken kumulativ. Erst nach zwei bis vier Wochen regelmässiger Einnahme berichten Anwender von den typischen Effekten. Wer einen Shot vor der Klausur trinkt und mit einem Wachheitsschub rechnet, wird enttäuscht sein.
Adaptogene wirken nicht wie Kaffee, sondern eher wie ein geduldiger Trainer im Hintergrund. Über Wochen statt über Stunden.
Praktische Einnahme
- morgens oder am Vormittag. Am Abend kann Ginseng den Schlaf stören
- konstant über 4 bis 8 Wochen, danach eine Pause
- nicht länger als drei Monate am Stück, damit der Körper sich nicht daran gewöhnt
- mit Wasser oder direkt als Shot, unabhängig von den Mahlzeiten
- wer Bluthochdruck hat, dosiert vorsichtig und spricht die Sache vorher mit dem Arzt durch
Was wir davon halten
Wenige Pflanzen haben eine so lange und so sorgfältig überlieferte Anwendungsgeschichte wie der Ginseng, und die Kombination der beiden Wurzeln mit Ingwer ist handwerklich sauber zusammengestellt. Ob es bei dir etwas bewirkt, weisst du nach vier Wochen.
Vorher nicht.
Falls du es versuchen willst: Der Ginseng Power Plus+ Shot im VitaminboxShop enthält beide Ginseng-Sorten zusammen mit Ingwer in flüssiger Form. Die 500-ml-Flasche deckt eine mehrwöchige Kur ab, also genau den Zeitraum, in dem sich überhaupt beurteilen lässt, ob dir ein Adaptogen etwas bringt.
Hinweis: Ein Shot ist ein Lebensmittel und keine Behandlung, und er macht eine ausgewogene Ernährung nicht überflüssig. Wer Bluthochdruck oder Diabetes hat, Blutverdünner einnimmt oder schwanger ist, bespricht die regelmässige Einnahme vorab mit einer Fachperson.